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Worldwide Babysitting

Wie ein iBook mal beim Babysitten über eine Distanz von etwa 8.000 Kilometern half. Eine wahre Geschichte.

Vor etwa einem Jahr bat mich ein Freund, der beruflich mit seiner Familie (zwei Erwachsene, zwei kleinere Kinder) für längere Zeit nach Peking musste, um Rat. Denn die Großeltern, die aus diversen verständlichen Gründen in Deutschland blieben, hatten bei dem Gedanken an eine mehrmonatige Trennung von den Enkeln Tränen in den Augen. Ein funktionierendes, leicht verständliches Video-Chat-System sollte also an den Start gebracht werden um wenigstens den visuellen und kommunikativen Abstand möglichst gering zu halten.

Ich empfahl dem Mann und seiner Familie den Kauf dreier iBooks, denn iChat erschien mir die großelterntauglichste Lösung zu sein. Wie tauglich dieser Vorschlag tatsächlich sein sollte, erfuhr ich jedoch erst vor einigen Tagen.

Denn ja, man hat sich sowohl in Peking als auch in heimischen deutschen Landen an das System schnell gewöhnt. Oma und Opa sehen die Enkel regelmäßig, sie videokonferieren nicht nur mit den Kindern im fernen China sondern auch untereinander und haben nach wenigen anfänglichen Telefonsupport-Minuten meinerseits ihr iBook gut im Griff. Und so lesen die virtuellen Omas den Kleinen im Ausland schonmal eine Gute-Nacht-Geschichte vor, lassen sich neue gemalte Kreationen zeigen (“Oh, das ist ja wunderschön geworden! Und was soll das sein?”) und plaudern mit Enkeln und Kindern.

Oder passen auf die Kleinen auf.

Denn die Eltern waren zu einer Party in der Nachbarschaft eingeladen, ein “echter” Babysitter war an diesem Abend jedoch leider nicht vor Ort. Kein Problem, dachte sich der Hausherr und schmiss iChat an um nachzuschauen, ob Oma gerade online war. Und sie war, durch die Zeitverschiebung war es bei ihr Tag, als die Kindern ins Bett mussten. Also kurz noch den Nachwuchs instruiert, der an die Kameraverbindung zu den Großeltern längst gewöhnt ist und ab mit der iSight ins Kinderzimmer.

Die Rechner nebst Software und Online-Verbindung blieben dank Flatrate auf beiden Seiten an und so behielt die Oma in Deutschland ihren Rechner und damit die mittlerweile schlafenden Kinder im Auge. Sollte sich etwas regen, würde sie die Eltern per Telefon informieren, die innerhalb weniger Minuten zurück in der Wohnung sein könnten.

Das war glücklicherweise nicht nötig, denn die Kinder schliefen wie die Engel. Und die Großmutter erwies sich dank iChat als ein ebensolcher, wenn auch einige tausend Kilometer entfernt.

  1. July 19th, 2006 at 21:54 | #1

    Lieber Johnny,
    das ist ja eine schöne Fortzsetzung der alten Spreeblick Geschichte.

    Best Martin

  2. July 19th, 2006 at 22:57 | #2

    Leider eine der wenigen.. hätte gerne mehr über die Abenteuer in China geschrieben, aber der Informationsfluss ist dann doch nicht so… was nicht mit Zensur, sondern eher mit dem wahren Leben, das einen eben manchmal einholt, zu tun hat. ;)

  3. July 20th, 2006 at 08:46 | #3

    prima story =) find ich immer total klasse sowas. durfte die tage auch nen papa von einer 2 jährigen glücklich machen. der neue imac braucht keine halbe stunde mehr um eine internet verbindung aufzubauen und eine homepage über die kleine war in 2 (z-w-e-i) minuten getackert. das glänzen, auch in den augen von mutti, war gold wert. danke apple =)

  4. July 21st, 2006 at 12:37 | #4

    Der Trackback hat leider nicht geklappt. Ich habe in meinen Blog auf die schöne Geschichte verwiesen. World Wide Babysitting

  5. Matthias
    August 8th, 2006 at 13:26 | #5

    Sehr geile Geschichte….
    Mac ist hald einfach LEBEN;)